Johanna von Orléans 

Die Jungfrau von Orléans

oder

Jeanne d'Arc

* 06.01.1412 - † 30.05.1431

 

 

 

         

 

 

 

1412, kurz vor Wiederausbruch des Hundertjährigen Krieges, wird in einem kleinen Dorf in Lothringen, Domrémy, Jeanne d'Arc geboren.
Heinrich V. zieht 1415 erneut gegen Frankreich in den Krieg und schlägt das französische Ritterheer bei Azincourt vernichtend. Burgund tritt nun auf die Seite Englands über (1416) und erkennt die Ansprüche Heinrichs V. auf den französischen Thron an. Die englische Armee erobert die gesamte Normandie (1417). In Paris fallen die Burgunder ein und übernehmen die Herrschaft. Der erst 16jährige Dauphin Karl flieht aus der Stadt, aber seine Mutter, Königin Isabeau, und der geisteskranke König Karl VI. schlagen sich auf die Seite der Burgunder. Im Vertrag von Troyes (1420) erklärt Karl VI. seinen Sohn, den Dauphin, für illegitim. Zwei Jahre später stirbt Karl VI., sowie auch der König von England, Heinrich V.

 

 

 

 

Als Jeanne 13 Jahre alt ist, hört sie zum ersten mal Stimmen, die ihr erzählen, Gott habe sie auserwählt Frankreich von den Engländern zu befreien und den Dauphin in Reims zum König von Frankreich zu krönen.

 

 

 

 

 

 

Im Jahr 1428 sieht die Lage für den Dauphin schlecht aus. Mit den Burgundern im Osten und den Engländern im Norden, welche nun das gesamte Gebiet nördlich der Loire besetzt halten, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Frankreich komplett erobert ist. Am 7. Oktober beginnt John von Bedford mit der Belagerung von Orléans, dem Schlüssel zur überquerung der Loire und Eroberung der Gebiete im Süden. Im Dezember 1428 verlässt Jeanne das Elternhaus. Ihren Eltern erzählt sie, sie würde nach Burey-le-Petit zu einem Onkel gehen. Dorthin geht sie auch zuerst und wohnt einige Wochen bei ihrem Onkel. Ihr eigentliches Ziel ist aber Vaucouleurs. Sie bittet den Stadtkommandanten von Vaucouleurs, Robert de Baudricourt, sie zum Dauphin zu schicken, der aber erst ablehnt. Sie schafft es dann doch ihn zu überreden und man rüstet einen kleinen Trupp aus, der sie nach Chinon zum Dauphin führen soll. Zu diesem Trupp gehören auch ihre späteren Begleiter, Bertrand de Poulengy und Jean de Metz, welcher den Trupp anführt. Jeanne bekommt ein eigenes Pferd, ein Schwert und legt zum ersten mal Männerkleidung an.

 

 

                 

 

Am ersten März erreicht der Trupp Chinon. Jeanne bittet Karl um Audienz, die ihr schließlich auch bewilligt wird. Sie erklrt dem Dauphin, sie sei von Gott gesandt, der ihr befohlen habe Frankreich von den Engländern zu befreien und ihn nach Reims zu fähren, damit er zum König von Frankreich gekrönt werden kann. Der Dauphin ist skeptisch und will erst ihre guten Absichten überprüfen lassen. Zu diesem Zweck wird sie nach Poitiers gebracht und von den Doktoren der dortigen Universität befragt. Auch wird ihre Jungfräulichkeit von einigen Hofdamen untersucht, den nach damaligem Glauben konnte eine Jungfrau nicht vom Teufel besessen sein. Die Prüfungen ergeben schließlich ein positives Urteil.

 

         

   

 

Jeanne wird nun nach Tours gebracht, wo für sie eine Rüstung angefertigt wird. Man übergibt ihr außerdem das Lilienbanner. In Blois lässt der Dauphin eine Armee aufstellen. Mit ihr zieht Jeanne d'Arc gen Orléans. Am 29. April zieht sie, von den Engländern unbemerkt, in die Stadt ein.
Während der nun beginnenden Kämpfe um Orléans füllt eine englische Bastion nach der anderen. Die Verluste der Engländer sind immens. Jeanne d'Arc motiviert ihre Soldaten durch ihren Kampfgeist. Sie ist immer an forderster Front dabei und kämpft auch weiter als sie durch den Pfeil eines englischen Bogenschützen verwundet wird. Am 8. Mai treten die Engländer den Rückzug an. Orléans ist befreit.

 

 

 

Im Juni beginnt der Loire-Feldzug. Innerhalb einer Woche werden die Städte Jargeau, Meung und Beaugency genommen. Schliesslich wird die englische Armee am 18. Juni bei der Schlacht von Patay entscheidend geschlagen. Jeanne d'Arc will nun so schnell wie möglich nach Reims vorstossen um den Dauphin zum König krönen zu lassen. Zunächst rückt sie mit ihrer Armee nach Troyes vor. Die Stadt lehnt eine Kapitulation erst ab, aber nachdem Jeanne die Erstürmung vorbereiten lässt, ergibt sie sich kampflos. Wenig später kapitulieren auch Chélons und Reims. Der Dauphin wird am 17. Juli in der Kathedrale Notre-Dame zum König von Frankreich gekrönt. Bei der Zeremonie ist auch der Vater Jeannes dabei, der sie seit ihrem Aufbruch im Dezember 1428 zum ersten mal wieder sieht. Karl VII. empfängt ihren Vater und befreit ihn, sowie alle Bürger von Domrémy und Greux von der Steuer.

 

 

Nach seiner Krönung geht Karl VII. auf einen kurzfristigen Waffenstillstandsvorschlag des Herzogs von Burgund ein. Jeanne d'Arcs Plan, direkt auf Paris zu marschieren wird damit vereitelt. Als wenig später der Angriff dennoch durchgeführt wird, hatte der Gegner genug Zeit um Verstärkung heranzuführen. Der Angriff wird unter schweren Verlusten der Franzosen zurückgeschlagen. Karl VII. lässt den Waffenstillstand mit Herzog Philipp von Burgund bis zum April 1430 verlängern. Als Geste des Friedens lässt er den Hauptteil seiner Armee auf. Erst im Oktober 1429 wird in Bourges eine neue Armee aufgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Philipp von Burgund nutzt die Waffenstillstände mit Karl VII. für militärische Zwecke. Im April 1430 bereitet er sich darauf vor, Compiegne zu belagern, um sich einen Korridor nach Paris zu sichern. Jeanne d'Arc eilt mit ihrer Streitmacht der königstreuen Stadt zu Hilfe. Sie befiehlt den Ausfall, der auch zunächst erfolgreich verluft. Doch die Burgunder gewinnen schnell die Oberhand, die französische Armee muss den Rckzug antreten. Der Kommandant von Compiegne lässt die Zugbrücke hochziehen und die Stadttore schließen. Jeanne d'Arc, ihrem Bruder Pierre und Jean d'Aulon wird der Rückzug abgeschnitten. Sie werden von den Burgundern gefangengenommen.
Die Engländer versuchen nun alles um die Auslieferung Jeanne d'Arcs zu bewirken. Nach zwei misslungenen Fluchtversuchen wird sie gegen ein Lösegeld von 10.000 Frank an die Engländer ausgeliefert. Diese wiederum überstellen sie der Gerichtsbarkeit der katholischen Kirche. In Rouen wird ihr am 9. Januar 1431 der Prozess gemacht wegen Verstoßes gegen mehrere Gesetze der Kirche. Der Vorsitzende Richter ist Pierre Cauchon, der Bischof von Beauvais.

          

             

 

Das Urteil des Gerichts steht von vornherein fest. Auch wenn Jeanne d'Arc durch ihre äußerst intelligenten und furchtlosen Antworten bei den Verhören den Richtern kaum einen Angriffspunkt liefert, kann sie sich dem Urteil der heiligen Inquisition nicht entziehen. Jeanne d'Arc wird am 30. Mai 1431 auf dem Marktplatz von Rouen bei lebendigem Leib verbrannt. Sie wurde nur 19 Jahre alt.

 

 

Nachgeschichte:
In Arras kommt es vier Jahre später zum Friedensschluss zwischen Frankreich und Burgund. 1437 befreit Karl VII. Paris und bis 1453 gelingt es ihm die letzten von den Engländern besetzen Gebiete zurückzuerobern (bis auf Calais). Der Hundertjährige Krieg ist zu Ende, Frankreich befreit. 1456 findet in Rouen der Revisionsprozess statt, der die Ehre Jeanne d'Arcs wieder herstellt.

 

Jeanne wurde von Papst Benedikt XV. zur Märtyrerin erklärt und 1920 schließlich heilig gesprochen.
 

 

Wenn man es sich einmal genau überlegt, ist es ein sehr, sehr trauriges Schicksal, das sie damals getroffen hat.

Hoffentlich hat sie nun ihre wohlverdiente Ruhe.

 

Au revoir, Jeanne

 

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